Allgemeines

Bei der Aufteilung Deutschlands in Ost und West  wurden nicht nur Flüsse, sondern  auch Straßen, Brücken, Gebäude und selbst Orte (z. B. Böckwitz - Zicherie, Mödlareuth) durch die Demarkationslinie getrennt. Diese Demarkationslinie - später Grenze - verlief von der Lübecker Bucht bis in d. Raum von Hof (Bayern) und hatte eine Länge von fast 1.400 km. Mit dem Ausbau der Grenzsperranlagen durch die DDR wurde die Grenze im Laufe der Zeit immer undurchlässiger. Begegnungen zwischen den Menschen beiderseits des „Eisernen Vorhangs“ wurden immer seltener; schließlich war fast überhaupt nichts mehr möglich. Versuche, illegal vom Osten zum Westen zu kommen, bezahlte man mit hohen Gefängnisstrafen oder sogar  mit dem  Leben. Die Zonenrandgebiete  zu beiden Seiten der Grenze wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. Eine der am schärfsten bewachten und undurchlässigsten Grenze war hier entstanden.

So blieben zum Beispiel einem Grenzbesucher von Hessen aus nur Blicke auf das Nachbarland Thüringen und auf die grenznahen Ortschaften, etwa von Kleinensee auf Großensee, vom Bahnhof Großburschla auf Großburschla, von Obersuhl auf Untersuhl, hier direkt am Grenzstein. Bei Dankmarshausen verlief die Grenze nahe am Ortsrand vorbei. Von Philippsthal-Weidenhain schaute man auf Vacha. Den Besuchern ermöglichte der Aussichtsturm Bodesruh einen weiten Rundblick über hessisches und thüringisches Land und auf das breite Band der Grenzbefestigungsanlagen, die die Landschaft durchschnitt. Dabei gingen die Gedanken hinüber zu den Menschen im Osten, verbunden mit dem Wunsch, mit ihnen persönlich wieder in Freiheit sprechen zu können. So war es nicht verwunderlich, dass nach der Grenzöffnung nicht nur vom Osten zum Westen, sondern auch vom Westen zum Osten die Menschen strömten.

Den Berichterstatter führte die  erste Fahrt am 27. Dezember 1989 über Uder bis nach Bad Heiligenstadt. Es folgten zahlreiche weitere Besuche, vor allen Dingen in das unmittelbare Grenzgebiet im Osten. Die dabei gefertigten Fotos haben in diese Homepage Eingang gefunden.                 [Dr. phil. Günter Krummel]

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