Grenzausstellung Böckwitz

Aus der Geschichte meines Heimatortes Böckwitz - Zicherie

Böckwitz wurde 1945 von Zicherie durch die Besatzungsmächte Engländer im Westen und Russen im Osten getrennt. Zuerst kamen die Amerikaner im April 1945 und besetzten das Land bis zur Elbe. Einige Wochen darauf lösten die Engländer sie hier ab. Am 3. Juli 1945 dann kam der Russe. Einige waren gleich aufs Plündern bedacht. Wertgegenstände wurden mitgenommen. Wo noch eine Waffe gefunden wurde, wurde der Hof angezündet oder der Besitzer erschossen. Diesen Einzug sahen auch die Flüchtlinge, und viele von ihnen konnten noch nach Zicherie und Brome in das englisch besetzte Gebiet entkommen.

1945 mussten 2 Bauernhäuser und die Schule für die Besatzung geräumt werden.

Als die Russen die Grenze genau festgelegt hatten, wurde an der Grenze zwischen Zicherie und Böckwitz ein Tor mit einer Durchfahrt nach Westdeutschland aufgestellt. Dieses Tor hatte zu jeder Seite ein Wachhäuschen, und über der Durchfahrt waren ein großes Bild von Stalin und ein großer Sowjet-Stern, der Tag und Nacht beleuchtet war. Als Grenze wurde die alte preußisch-hannoversche Grenze gemacht. Wer die Grenze übertrat und gefasst wurde, musste einige Tage im Keller sitzen und bekam einen Stempel in seinen Ausweis. Dadurch konnte später genau festgestellt werden, wer am meisten über die Grenze ging. Wenn Leute beim über die Grenze gehen angerufen wurden und nicht stehen blieben, konnte drauf geschossen werden.

1945 mussten auch die Großbauern, die über 100 ha Land hatten, ihre Höfe verlassen und in den Westen flüchten. Der Acker, das Vieh, die Maschinen und Gebäude wurden an die so genannten Siedler oder (Neubauern) aufgeteilt. Die Neubauern erhielten das Land und alles als Geschenk vom Staat.

Das Ablieferungssoll wurde eingeführt, das von Jahr zu Jahr erhöht wurde. Dabei ging es den Großbauern am schlechtesten, denn diese mussten vom ha fast doppelt so viel abliefern wie die kleinen Bauern.

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