Grenzausstellung Böckwitz

Ein eigenes Erlebnis

Am 9. April 1953 wurde meine Mutter und zwei andere Bauern aus Böckwitz wegen Diebstahl am Volkseigentum verhaftet und zu zwei Jahren Zuchthaus verurteil, weil sie Leuten im Haus Kartoffeln aus der Miete zu essen gegeben hat. Die Kartoffeln waren für die Volksernährung gedacht.

Durch den 17. Juni 1953 kam meine Mutter wieder frei, weil die Gefängnisse gestürmt wurden. Anschließend reichten wir einen Interzonenpass ein, auf den wir dann gemeinsam in den Westen reisten und nicht wiederkamen.

Meine Mutter hat die Grenzöffnung nicht miterlebt, aber wir haben den Hof als Erster zurückbekommen. Ich habe dann noch vier Jahre Landwirtschaft betrieben und dann den Betrieb aufgegeben. Heute habe ich in den Gebäuden ein Museum eingerichtet.

[Bericht von Willi Schütte (69 Jahre alt), Grenzausstellung Böckwitz  (Juni 2008)]

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