Grenzausstellung Böckwitz

Tafel mit folgendem Text bis 1989 in Zicherie unmittelbar an der Grenze:

"Sie stehen hier in der Mitte des Doppeldorfes Böckwitz - Zicherie, das bis 1945 wirtschaftlich und kulturell eine Gemeinde war.

Am 1.7.1945 besetzte die Sowjetarmee den Ortsteil Böckwitz. Die Einwohner von Zicherie verloren damals ihre Schule, ihre Molkerei, fast alle Handwerks-betriebe und die Verbindung zu ihren Verwandten und Bekannten.

Im Mai 1952 wurde das Doppeldorf durch einen 300 m langen und 3 m hohen Bretterzaun geteilt. Viele Familien aus Böckwitz - vorwiegend Bauern - wurden nach Sachsen zwangsevakuiert. Sie sind inzwischen von dort fast alle geflüchtet, wohnen größtenteils in Zicherie und arbeiten im Volkswagenwerk in Wolfsburg.

Auf der freien Fläche zwischen beiden Ortsteilen standen vor 1952 Häuser und Wirtschaftsgebäude, die nach und nach zerstört, später ganz abgerissen wurden.

Seit 1961 ist auch hier die Grenze hermetisch geschlossen.

Der Stacheldrahtzaun und der Schießbefehl verhindern jede Verbindung nach drüben zu jenen, mit denen wir fast alle verwandt, bekannt und befreundet sind.

Die Häuser in Böckwitz sind alle bewohnt. Die Einwohner arbeiten überwiegend in der landwirtschaftlichen Produktionsgemeinschaft.

Am 12.10.1961 wurde 2 km südlich von hier der Journalist Lichtenstein aus Dortmund rücksichtslos erschossen; er wollte nur als Deutscher mit Deutschen sprechen." 

[Text von Willi Schütte, Grenzausstellung Böckwitz  (Juni 2008)]

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