Altenburschla

Altenburschla zählt zu den ältesten Siedlungen im Werratal. Die Widrigkeiten des Grenzlandes bekommt das Dorf ab 1945  zu spüren.  In 1952 unterbrach die Schließung der Grenze zwischen sowjetischer und amerikanischer Besatzungszone abrupt alle persönlichen, verwandtschaftlichen und auch geschäftlichen Bindungen zum Nachbardorf Großburschla und auch Thüringen. Die Folgen sind Lähmung der Wirtschaft, Trennung der Verwandtschaften und Abwanderung zunächst der Flüchtlinge, Vertriebenen, aber auch der Jugendlichen. Außer später eingestellter Bahnverbindung gibt es nur eine Straßenverbindung  z. Hinterland.

Um 1945 waren in Altenburschla, damals hatte das Dorf den Spitznamen „Schlamperode“, die Straßen nur mit Gummistiefeln  begehbar. Schlamm, wo man hinsah. Am Rande der Straßen floss ein kleiner Bach, in dem sich die Enten tummelten. Wollte man zum Bahnhof nach Großburschla, um nach Eschwege zu fahren, nahm man sich die „Guten Schuhe“ in der Tasche mit. Eines Tages reichte es Dorfschullehrer und Pfarrer. Sie wollten das Dorf aufräumen. Die Einwohner ließen sich nicht entmutigen und packten kräftig mit an.

1953 wird in Altenburschla das Dorfgemeinschaftshaus als eines der ersten in Hessen erbaut, 1955 der Kindergarten. Altenburschla wird im ersten Dorfverschönerungswettbewerb in Hessen 1959  Landessieger, 1961 Bundessieger im ersten Bundeswettbewerb und bekommt mit der Goldmedaille der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft DLG den Ehrenpreis. Es wird als „schönstes Dorf  der Bundesrepublik“ über die Grenzen Hessen hinaus bekannt und von vielen Prominenten besucht. Tausende von Besuchern kommen nun jährlich hierher, z. T. auf Einladung des Amtes für Politische Bildung, das in Altenburschla Seminare abhält, um über Art und Verlauf sowie Unsinnigkeit der innerdeutschen Grenze zu informieren.

Die „friedliche Revolution“ der Menschen in der DDR beendete den gespenstischen Zustand der Grenze auch für Altenburschla; Öffnung der Grenze zum Nachbarort Großburschla am 13. November 1989.

[Quelle: Bericht v. Realschullehrer a. D. Adolf Weber in Homepage d. Gemeinde Altenburschla  (Mai 2006)]

Startseite