Berlin

Als Mauer in Berlin wurde die Gesamtheit der über 155 km langen Sperranlagen um die Westsektoren Berlins bezeichnet, mit denen die DDR West-Berlin ab dem 13. August 1961 weitgehend von seinem Umland isolierte, um den anwachsenden Flüchtlingsstrom aus der DDR zu stoppen. Die Anlagen wurden zunächst als Zaun- und Drahtsperren errichtet, dann zu einem massiven Bauwerk ausgebaut, das nur an einigen Übergangsstellen passierbar war. Die Sperranlagen waren zuletzt über 100 Meter breit mit vielen verschiedenen Hindernissen.

Von den Absperrungen verliefen 37 km überwiegend durch Wohngebiete, 17 km durch Industriegebiet, etwa 30 km durch Wald, 24 km durch Gewässer, 54 km auf Bahndämmen, durch Felder und Sumpfgebiete. Der Durchgangsverkehr auf 8 Linien der S-Bahn und 4 Linien der U-Bahn wurde unterbrochen. Zwischen den beiden Stadthälften wurde die Fahrgastschifffahrt eingestellt. 192 Haupt- und Nebenstraßen wurden unterbrochen, von denen 57 nach Ost-Berlin und 95 in die DDR führten. Bei Häusern auf der Grenzlinie wurden Eingänge und Fenster zugemauert und die Wohnungen ab 20. September 1961 zwangsgeräumt.

Ab 1965 wurden die gemauerten Abschnitte schrittweise durch 3,5 m hohe Betonplatten, abgeschlossen mit einem Rohr von 35 cm Durchmesser, ersetzt. An die Betonwand grenzte eine 40 m tiefe Rasen- oder Schlackenfläche, die dann von einem bis zu 2,5 m tiefen Graben begrenzt war. Daran schlossen sich nacheinander ein geharkter Spurstreifen mit Beleuchtungsanlagen, ein asphaltierter Weg für Fahrzeuge der Bewacher, Laufanlagen mit abgerichteten Hunden, Beobachtungstürme, Bunker und Schützenstellungen, ein Zaun aus Betonpfählen mit Drähten, die bei Berührung optische oder akustische Signale gaben, und Wildfangzäune bzw. ein zweite sog. Hinterlandmauer an.

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