Großburschla

Am 3. April 1945 zogen amerikanische Soldaten ohne Gegenwehr in Großburschla ein und verließen den Ort am 02. Juli 1945. Die Werrabrücke in Großburschla war heil geblieben. Die sowjetischen Soldaten zogen einige Tage später ein. Ab sofort musste man für alle Arbeiten im Feld einen Feldschein beantragen u. das 44 Jahre lang - bis 13. November 1989 - für alle Arbeiten in Wald und Feld, ausgenommen für Flächen in Ortsnähe. Die Genehmigung wurde nicht allen Bürgern erteilt. Da Großburschla rundum an hessisches Gebiet grenzt, musste die Versorgung mit Pferdegespannen durch Waldwege unter dem Heldrastein abgesichert werden. Aufgrund der extremen Lage waren schon 1945 Bestrebungen im Gange, Großburschla dem Kreis Eschwege anzugliedern, aber der Ort bleibt bei Thüringen. Im Sommer 1947 wurde zur Linderung der Grenzschwierigkeiten die neutrale Straße geboren. Bürger vom hessischen Weißenborn und Rambach konnten durch Großburschla zum Bahnhof kommen und Einwohner von Großburschla durch Heldra (Hessen) nach Treffurt. Über die neutrale Straße sind viele Einwohner geflüchtet, etwa 600 aus Großburschla.

Bei Razzien im Sommer 1945 durch russische Soldaten wurden alle Männer im Alter von 16 bis 50 Jahren mitgenommen und teilweise aus Dresden als Kriegsgefangene, mit Glatze geschoren, entlassen.

1952 wurde durch Straßenbau unter dem Heldrastein eine Verbindung zur DDR geschaffen; nach deren Fertigstellung wurde die neutrale Straße durch Schlagbäume und Gräben unpassierbar gemacht.

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