Lindewerra

Lindewerra hat gegenwärtig 250 Einwohner und gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Hanstein-Rusteberg, die ihren Sitz in Hohengandern (Thüringen) hat. Lindewerra ist im Landkreis Eichsfeld.

Der Ort liegt an der Nordwestgrenze des Freistaates Thüringen dort, wo die Werra, von eichsfeldischen und hessischen Bergen bedrängt, zu einem hufeisenförmigen Bogen gezwungen wird. 300 m oberhalb des malerisch gelegenen Dorfes befindet sich die sagenumwobene Teufelskanzel.

Die Einbettung des Ortes in die kesselartig gerundeten Höhenzüge des Höheberges und der Harth sowie des Schürzebergs und die Begrenzung durch den Flusslauf der Werra schufen eine Fülle landschaftlicher Reize, aber auch die beruhigende Abgeschiedenheit, so dass Lindewerra bereits 1936 durch Gesetz zur „Fremdenverkehrsgemeinde“ wurde.

1945 wurde die Werra zur Grenze zwischen der russischen und amerikanischen Besatzungszone und ab 1949 zur immer umfassender bewachten und stärker markierten „Staatsgrenze“ zwischen Ost- und Westdeutschland. Nach der Grenzöffnung in den historischen Novembertagen 1989 begannen im Frühjahr 1990 die Einwohner des Dorfes selbst mit dem Abriss der Grenzanlagen, die jahrzentelang den Zugang zu großen Teilen der Gemarkung, zum Sport- und Festplatz und zum Torso der Werrabrücke verhindert hatten. Symbolisches Zeichen der Wiedervereinigung ist die Werrabrücke, die am 8. April 1945 beim Anrücken der amerikanischen Armee von deutschen Wehrmachtssoldaten gesprengt wurde (s. späteren Bericht).

Der zweite Weltkrieg und die nachfolgende Zeit als kaum erreichbares Grenzdorf verhinderten jeglichen Tourismus, dem sich die Gemeinde nun umso mehr verpflichtet fühlen kann. Wegen seines einmaligen Handwerks ist Lindewerra als das „Stockmacherdorf Deutschlands“ weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. In Lindewerra ist ein Museum.

[Quelle: Homepage der Gemeinde Lindewerra, Landkreis Eichsfeld  (Februar 2006)]

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