Grenzkonflikt am Pferdeberg am 14.August 1964

Am 14. August 1964 drangen  Angehörige der  DDR-Grenztruppen  unter starker Bewaffnung auf westdeut-

sches Gebiet vor. Am Pferdeberg bei Duderstadt / Gerblingerode versetzten sie mit Grenzpfählen die Demarkationslinie um ca. 150 m in Richtung Westen. Der Vorfall führte dazu, dass der Bundesgrenzschutz (BGS) die Pfähle nach Abzug der Grenzer auf Befehl des Bundesinnen-ministeriums wieder entfernte und das Gebiet die folgenden 26 Tage besetzt hielt. Die Maßnahme der DDR löste auch Besorgnis unter den Landwirten aus, deren Felder in das abgesteckte Gebiet fielen. Sie ernteten einen Tag später unter dem Schutz der Beamten des BGS ihre Felder ab. Ein britischer Verbindungsoffizier verhandelte mit den zuständigen Behörden über den Grenzzwischenfall. Während der Verhandlungen berief sich die DDR auf den Text des am 2. August 1945 von den Siegermächten geschlossenen Postdamer Abkommens.

Hiernach wurde als Grenze im Eichsfeld die ehemalige Provinzgrenze Sachsen-Hannover festgelegt.

Die Bundesrepublik Deutschland sowie der britische Verbindungsoffizier dagegen sahen den Inhalt des zwischen der britischen und der sowjetischen Zone am 1. September 1945 geschlossenen Abkommens als völkerrechtlich bestandskräftig. In diesem Abkommen einigten sich die zwei Alliierten dann auf eine Grenzbegradigung. Letztlich gab die DDR Regierung ihr Vorhaben auf. Eine gemeinsame deutsch-deutsche Grenzziehungskommission legte 1973 endgültig den Grenzverlauf fest. Inhaltlich entsprach der Verlauf im Wesentlichen dem britisch-sowjetischen Abkommen von 1945.

[Quelle für den Text: Grenzlandmuseum Eichsfeld  (November 2007)]

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