Geisa

Geisa, Point-Alpha-Stadt, gilt als wirtschaftlich-industrielles und kulturelles Zentrum des Ulstertales und besitzt schon seit rund 1000 Jahren eine verwaltungstechnische Mittelpunktfunktion. Urkundlich erstmals erwähnt wurde der Ort im Jahre 817 als Besitztum des Klosters Fulda. Ältestes Siedlungsgebiet ist der Gangolfiberg (322 m NN), die höchste Erhebung des Städtchens. Noch heute findet man dort die einzige in Thüringen erhaltene mittelalterliche Gerichtsstätte, das "Zentgericht" (ca. 11 Jh.). Um 1265 wurde Geisa durch eine hohe Mauer gesichert. Diese Stadtmauer ist bis heute in weiten Teilen erhalten geblieben. Zusätzlich war die Mauer durch Türme geschützt, wovon einer noch vollständig erhalten ist. Das Jahr 1302 gilt als gesicherter urkundlicher Nachweis des Stadtrechts.

Im heutigen Mittelpunkt der Stadt befindet sich die 1489 - 1504 erbaute katholische Stadtpfarrkirche "St. Philippus und Jacobus". Sie ist heute die einzige erhaltene Kirche gotischen Stiles im Geisaer Land. Die Stadt Geisa wurde im 19. Jahrhundert von zwei Großbränden heimgesucht, die das Stadtbild gravierend veränderten (1858 Brand der Oberstadt, 1863 Brand der Unterstadt).

Seit der friedlichen Revolution 1989 erblüht das malerische Städtchen wieder zusehends zu ehemaliger Schönheit und bietet Touristen viel Sehenswertes. Der Marktplatz bildet das prägende Zentrum. Hier ist Schmuckstück und Wahrzeichen das Rathaus, welches 1861 auf dem Platz des alten Rathauses vom Weimarer Oberbaudirektor Streichhan erbaut wurde. Möglicherweise war das ursprüngliche Gebäude ein Fachwerkbau.

Das Bestehen der Gangolfikapelle ist urkundlich nachweisbar seit dem Jahr 1461. Eine architektonische Besonderheit ist die aus der Zeit um 1600 stammende Außenkanzel an der Nordseite. Diese Wand ist zudem mit 13 Grabsteinen mit Beschlagmustern der Renaissance geschmückt.

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