Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth

Die Amerikaner nannten es "Little Berlin”, dieses Dorf am Ende der westlichen Welt, das ebenso wie sein großer Bruder zum Symbol der deutschen Teilung wurde. Hier gab es eine Mauer, aber keinen Checkpoint. Hier war Sperrgebiet auf der einen und Besucherandrang auf der anderen Seite. Es war sogar verboten, von Ost nach West zu winken.

Eine Grenze mitten durch ein kleines Dorf. Die Ursachen hierfür liegen in jahrhunderte langen Streitigkeiten um den Grenzverlauf zwischen Brandenburg und Fürstentum Reuß. Ab 1806 stand der zu Brandenburg gehörende Teil des Dorfes vier Jahre lang unter französischer Verwaltung. Im Sommer 1810 wurde die ehemals brandenburgische Seite bayerisch.

Erneut wurden Grenzsteine gesetzt, die teilweise bis heute erhalten sind. Eingemeißelt die Initialen "KB” - Königreich Bayern auf der einen, "FR” - Fürstentum Reuß auf der anderen Seite. Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs gehörte das Dorf dann je zur Hälfte zu den Ländern Bayern und Thüringen. Schule und Wirtshaus standen auf Thüringer Boden, die Kirche im benachbarten, bayerischen Töpen.

Dem Ende des Zweiten Weltkriegs folgte die Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen. Die Demarkationslinien verliefen dabei weitestgehend entlang der alten Landesgrenzen von 1937. Das Land links des Tannbachs war nun amerikanische, das rechts davon sowjetische Besatzungszone. Noch gingen sie in dieselbe Schule und saßen gemeinsam am Wirtshaustisch.

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