Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth

Aber die unterschiedliche politische und wirtschaftliche Entwicklung in den westlichen und der östlichen Besatzungszone wirkte sich auch unmittelbar auf die kleine Dorfgemeinschaft aus. Im Mai 1949 trat das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland in Kraft, im Oktober des gleichen Jahres war die Gründung der Deutschen Demokratischen Republik. Nun gehörte die eine Hälfte Mödlareuths zur Bundesrepublik, die andere zur DDR. Der Schritt über den Tannbach war nur noch mit Passierschein möglich.

Im Mai 1952 erließ der Ministerrat der DDR eine "Verordnung über Maßnahmen an der Demarkationslinie zwischen der DDR und den westlichen Besatzungszonen Deutschlands”. Es wurde ein 10 Meter breiter "Kontrollstreifen" entlang der Grenzlinie abgeholzt und umgepflügt, der "500-m-Schutzstreifen" und die anschließende "5-km-Sperrzone" durften fortan nur mit Sondergenehmigung betreten werden.

Durch Maßnahmen wie nächtliche Ausgangssperre oder Versammlungsverbot wurde das gesellschaftliche und kulturelle Leben stark beeinträchtigt. In Grenznähe wurden Tausende von Bewohnern zwangsweise ins Hinterland der DDR ausgesiedelt, ganze Dörfer dem Erdboden gleichgemacht. Die Bewohner der "Oberen Mühle" waren in Mödlareuth als erste betroffen, sie konnten sich in letzter Minute nach Bayern retten. Mit der Errichtung eines übermannshohen Bretterzauns begann im Ort die totale Abriegelung. Höhepunkt der Anstrengungen, die eigenen Bürger vor dem "Imperialismus" zu schützen, sollte die Mauer werden.

Etwa 700 Meter lang, 3,30 Meter hoch, aus Betonteilen, wurde sie 1966 in wenigen Wochen errichtet.

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