Hirschberg/Saale

Die wahrscheinlich um 1200 erbaute Burg wird 1223 als Sitz fränkischer Ministerialen genannt. Erstmals urkundlich erwähnt wird Hirschberg 1296. 1359 gehört es zur böhmischen Krone.

Im Jahre 1479 bestätigte König Wladislaus von Böhmen den Hirschbergern wichtige Stadtrechte. 1664 erwarb Heinrich X. von Reuß-Lobenstein Schloss und Gut. Von 1678 bis 1711 residierte hier Heinrich VIII. Er ließ das Schloss in seiner heutigen Gestalt erbauen. Es steht unter Denkmalschutz wie auch der Rundturm aus dem 16. Jahrhundert.

Die Einwohner lebten von Landwirtschaft, Handwerk, Weberei, Färberei und Bierbrauerei. Aus der heimischen Gerberei entwickelte sich die Lederfabrikation. Unter dem Fabrikanten Heinrich Knoch stieg die Fabrik zum größten Sohlenlederproduzenten Deutschlands auf. Ihr Abriss erfolgte von 1993 bis 1996. 

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Saale zur Demarkationslinie zwischen der amerikanischen und der sowjetischen Besatzungsmacht. Damit wurde für eine lange Zeit die Verbindung zwischen den Menschen auf beiden Seiten der Saale unterbrochen. Die Trennung verschärfte sich in dem Maße, wie sich das politische Klima zwischen den beiden Großmächten entwickelte und sich der „Kalte Krieg“ ausweitete. Bis zum Herbst 1989 bestimmten die Grenzbefestigungen mit Betonsperrmauer, Wachtürmen, Signalzäunen sowie die Vorschriften des Sperrgebietes das Leben der Bewohner in Hirschberg.

Während der Novemberereignisse 1989 forderten auch die Vertreter der Bürgerrechtsbewegung von Hirschberg am „Runden Tisch“ die Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse und die Beseitigung der Grenzanlagen. Am 30. Dezember 1989 konnte die Menschen aus Bayern und Thüringen endlich wieder nach über 40 Jahren ungehindert die Saale überqueren. Seitdem bemühen sich Einwohner und Verwaltung die Stadt wieder attraktiver und anziehender für ihre Gäste zu gestalten.

[Quelle: Stadtarchiv Hirschberg/Saale (Februar 2008)]

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